Gerade im Zeitalter des Fachkräftemangels bietet Künstliche Intelligenz, neben Digitalisierung, Automatisierung und Robotik, eine echte Chance; nicht zuletzt, um in Wirtschaftsregionen wie Deutschland weiterhin wettbewerbsfähig produzieren zu können. Die Anwendungsfelder von Künstlicher Intelligenz sind breit gefächert. Sie reichen von regelbasierter KI für strukturierte Daten bis hin zu generativen Sprachmodellen. Doch was kann Generative AI für die Unternehmenskommunikation leisten?
Durch den wachsenden KI-Einsatz prasselt eine riesige Fülle an Content auf Entscheider ein. In wirtschaftlich rezessiven – und damit budgetkritischen – Phasen verschieben sich auch die Toleranzgrenzen hinsichtlich der Content-Qualität signifikant nach unten. Die Industrie übersieht, dass gerade in Zeiten des extremen Verdrängungswettbewerbs maximal wertiger Content gefragt ist, um einerseits KI-Anwendungen selbst mit aktuellen Fakten zu füttern und andererseits die eigene Website bei der organischen Suche großer Sprachmodelle und KI-Systeme optimal zu positionieren (Large Language Model Optimization, LLMO).
Hochwertige Inhalte der Public Relations – basierend auf einer qualitativ stringenten Thought-Leadership-Kommunikationsstrategie – sind Garanten für diesen wichtigen High-Level Content.
Zu bedenken ist: Bei der organischen Suche wird aus SEO (Search Engine Optimizing) zunehmend GEO (Generative Engine Optimizing). Der Weg auf die Unternehmenswebsite führt also über den Quellverweis innerhalb des AI-Suchergebnisses. Folglich muss der Content eines Unternehmens wertig und relevant genug sein, um als Quellverweis angezeigt zu werden.
Siehe auch „Marketing“: GEO vs. SEO: Eine neuralgische Entwicklung bestimmt über den zukünftigen Erfolg oder Misserfolg.
Der Mittelstand, aber auch global agierende Enterprise-Unternehmen, verlieren in der aktuellen rezessiven Phase jedoch deutlich an Sichtbarkeit und kommunikativer Qualität. Inhalte sind weder strategisch noch qualitativ konzipiert. Vielmehr sind sie zu kleinteiligen Worthülsen ohne entscheiderrelevanten Inhalt mutiert. Die Folgen werden der Industrie spätestens dann klar werden, wenn sich die Wirtschaft wieder halbwegs stabilisiert hat. Dann sind jedoch Wettbewerber, die sich für eine qualitativ hochwertige Content-Strategie entschieden haben, bereits weit davongezogen. Das Top-Management erfährt meist als Letztes von der strategischen Kurzsichtigkeit und trägt in der Konsequenz die Folgen aus fehlender Expertise und verpasster Chancen, die antizyklische und verkaufsunterstützende Kommunikation bietet.
Fazit: Die Nutzung von KI kann im Umfeld der Unternehmenskommunikation durchaus sinnvoll sein. Künstliche Intelligenz unterstützt effizientes Arbeiten und steigert richtig eingesetzt auch die Qualität. Wenn KI-Ergebnisse jedoch mehr und mehr ohne jegliche Bearbeitung als Enderzeugnisse eingesetzt werden und ihr niedriges Qualitätsniveau zunehmend die Strategie der Kommunikation bestimmt, fügt dieser Wandel Unternehmen langfristigen Schaden zu.